Exklusiv: Kathy Weber über ihre Trennung

Was passiert, wenn die bekannteste GfK-Trainerinnen Deutschlands selbst durch eine Trennung geht? Kathy Weber erzählt es. So offen, wie noch nie, in unserem Podcast: Starke Trennungskinder.

Kathy Weber ist zweifache Spiegel-Bestsellerautorin und betreibt mit "Familie verstehen" den Elternpodcast Nr. 1 in Deutschland. Über 326.000 Menschen folgen ihr auf Instagram. Sie hat jahrelang Familien begleitet, wie Gewaltfreie Kommunikation im Alltag funktioniert – auch in Krisen. Jetzt steckt sie selbst mittendrin: in ihrer eigenen Trennung.

Im Podcast Starke Trennungskinder hat sie sich bewusst entschieden zu sprechen. Offen, ehrlich und nah dran. Dieser Blogartikel fasst die wichtigsten Momente dieses Gesprächs zusammen – für alle, die selbst gerade durch eine Trennung gehen.

Kathy Weber und ihre Trennung: Über fünf Jahre bis zum Entschluss

Kathy Weber braucht rückblickend über fünf Jahre, um die Trennung aussprechen zu können. Nicht aus Unklarheit. Sondern weil sie weiß, wie viel ein solcher Entschluss mit sich bringt – besonders wenn Kinder betroffen sind. Und weil sie gelernt hat, auf ihren Körper zu hören statt auf den Kopf.

Ihre Unterarme schmerzten so stark, dass sie kaum noch etwas halten konnte. Die Ärzte dachten an Rheuma. Kathy wusste: Ihr Körper spricht mit ihr. Als sie sich entschieden hat, verschwanden die Symptome. Bis heute kommen sie zurück – wenn wieder schwere Brocken vor ihr liegen. Dann ist sie liebevoll mit sich, massiert die Arme und weiß: Das ist der Schmerz des Prozesses. Nicht das Ende davon.

Der Entschluss zur Trennung, sagt Kathy Weber, ist erst der Anfang einer langen Reise. Sie würde behaupten, sie ist noch immer am Anfang.

Wie Kathy Weber ihre Kinder durch die Trennung begleitet hat

Ihr Sohn Günther, 18 Jahre alt, wusste von Anfang an Bescheid. Während seines Auslandsjahrs hat Kathy Weber ihm jeden Monat einen Brief geschrieben – elf Briefe, die den Weg bis zum Entschluss begleitet haben. Sein Satz an sie: “Mami, geh deinen Weg.”

Was Kathy Weber dabei zeigt, ist keine Perfektion. Es ist etwas viel Wertvolleres: Sie zeigt ihren Kindern, wie eine Mutter für sich einsteht. Wie sie weint und trotzdem weitermacht. Wie sie sich Hilfe holt. Und wie sie auch verzweifelt noch eine Lösung sucht – weil Aufgeben keine Option ist.

Die Löwenmama: Für die Kinder einstehen, koste es was es wolle

Das Betreuungsmodell ist zum Zeitpunkt des Gesprächs noch nicht final geklärt. Kathy Webers Haltung ist klar: Es geht nicht darum, wer wie viele Tage und Stunden hat. Es geht darum, was ihre Tochter braucht. Dafür steht sie ein – als Löwenmama und Schutzschild, auch wenn das bedeutet, sehr unangenehme Dinge in Kauf zu nehmen.

Sie erzählt von einem Moment, in dem sie kurz gedacht hat: Ich kann nicht mehr. Ich bin so allein. Und dann hat sie ihre Tochter angesehen – und sofort gewusst: Für dieses Kind stehe ich hier ein. Steht überhaupt nicht in Frage.

Gewaltfreie Kommunikation in der eigenen Trennung – geht das?

Eine der zentralen Fragen an Kathy Weber: Hilft ihr die Gewaltfreie Kommunikation in der eigenen Trennung – oder stößt auch sie an ihre Grenzen?

Kathy Weber antwortet ehrlich: Sie ist nicht durchgehend stark. Es gibt Tage, an denen der Boden unter ihr wegrutscht. Vier Wochen konnte sie nicht mehr arbeiten. Das sehen auch ihre Kinder. Und das soll so sein. Sie möchte nicht, dass sie denken, Mama schafft alles. Sie möchte, dass sie sehen, wie ihre Mutter immer wieder eine Lösung sucht.

Was ihr dabei hilft: somatische Übungen, Körper-Emotionsarbeit, Astrologie und die Arbeit mit ihren Glaubenssätzen. Und die Bereitschaft, sich Hilfe zu holen. Ihr Rat: Du musst es nicht alleine schaffen. Gönn dir Unterstützung.

Was sie in diesem Prozess beobachtet: Je mehr sie an sich arbeitet, desto weniger lässt sie sich aus der Bahn werfen. Sie schreibt Briefe, die sie in zehn Jahren noch unterschreiben würde – knallhart in der Sache, aber nie unter die Gürtellinie. Weil sie in den Spiegel schauen möchte.

Wenn der andere Elternteil Fragen ignoriert – Kathy Webers GfK-Antwort

Aus der Community von Starke Trennungskinder kam die Frage: Wie gehe ich gewaltfrei damit um, wenn der Papa meine wichtigen Fragen überliest oder ignoriert?

Kathy Weber beginnt mit einer Gegenfrage: Ist das eine Interpretation? Wurden die Fragen so gestellt, dass eine Antwort möglich war? Auf welchem Weg? Und brauche ich die Antwort wirklich – oder habe ich sie vielleicht selbst?

Das ist kein Vorwurf – es ist eine Einladung, den Fokus zu verschieben. Weg vom anderen, hin zu sich selbst. Denn: Meine Fragen werden ignoriert – das ist eine Interpretation. Und jede Interpretation, die ins Opfer führt, nimmt die Handlungsfähigkeit. Was stattdessen hilft: das Nervensystem beruhigen, somatische Übungen machen, den Kommunikationsweg wählen, der sich gut anfühlt – und erkennen, dass viele Entscheidungen selbst getroffen werden können, auch ohne Zustimmung des anderen.

Das Warum von Kathy Weber

Am Ende des Gesprächs sagt Kathy Weber etwas, dass mich sehr berührt hat.

Ich habe mich getrennt, weil ich es verdient habe, einmal in meinem Leben eine erfüllte Beziehung zu führen. Ob mit mir oder jemandem anderen – das sei dahingestellt. Aber eine erfüllte Beziehung. Das habe ich verdient. Und ich möchte, dass meine Kinder einmal sehen, wie ihre Mutter glücklich in einer Beziehung ist. Ich weiß selbst nicht, wie das geht. Ich habe es noch nie erlebt.

Das ist ihr Warum. Und es ist groß.

Was du aus diesem Gespräch mitnehmen kannst

Kathy Weber zeigt in diesem Gespräch, dass Gewaltfreie Kommunikation kein Schutzschild vor dem eigenen Schmerz ist. Aber sie ist ein Werkzeug, das hilft – wenn man bereit ist, es auch auf sich selbst anzuwenden. Den eigenen Blickwinkel zu hinterfragen. Aus dem Opfermodus herauszukommen. Und immer wieder in die Selbstermächtigung zu finden.

Und am Ende dieses Gesprächs gibt Kathy Weber noch einen Satz mit, der alles zusammenfasst:

Ich wünsche allen Menschen, die sich trennen, dass sie den Frieden in sich finden – und nicht im anderen.

Und wenn du dabei Unterstützung möchtest, bin ich da. Gemeinsam schauen wir auf deine Situation – damit auch du irgendwann sagen kannst: Ich habe es verdient und eure Kinder sagen: “Ich hatte eine schöne Kindheit, trotz der Trennung meiner Eltern.”


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